Drei Mädels und ein Mann mit Taille
von Arne Poeck
Licht aus - Kerzen an: Von der Bühne ist "Nahe Ferne" zu hören, aus dem Publikumsraum
"Auf dem Weg" und "Dreisatz" - danach wurden die "drei Mädels", die eben gelesen hatten, vorgestellt.
So begann am 5.9. in der LOLA eine sehenswerte Lesung mit drei der Bergedorfer Literatten
und dem Cellisten Georg Huisgen. Die thematische, stilistische und musikalische Vielfalt
der vier auf der Bühne war beeindruckend:
- Anja Ostrowskis Texte handelten von traurigen Geschehnissen (Kindesaussetzung) über Bizarres
(Quadratischer Mond) bis hin zu Lustigem (Ballonballade), immer mit ihrer unverwechselbaren Meisterschaft,
mit Worten zu spielen.
- Inga Jeglin, die traumhaft schöne Lyrik (wie "Schritte zu dir", "Stimmungsbild") vortrug, faszinierte mit ihrem
ruhigen Vortragsstil voller Eindringlichkeit. Sie wird übrigens am 20.9. zusammen mit Leo Skrzynski-Fox in der
Bergedorfer Mühle plattdeutsche Texte lesen.
- Ruth Gröger las fantasievolle, teils Unterbewusstes ausdrückende Texte und setzte mit ihren Vertonungen
starke eigene musikalische Akzente.
- Georg Huisgen spielte eigene moderne Kompositionen zu einigen gelesenen Texten, die diese
in kongenialer Weise ergänzten, aber auch schon für sich allein sehr hörenswert waren.
Als besonderer Glanzpunkt erwies sich Ruth Grögers selbstkomponiertes Lied "Dein Schatten, dein Licht",
ein Song im Bossa-Stil, bei dem sie sich selbst auf der Gitarre begleitete und Georg Huisgens Cello-Begleitung
noch für zusätzliche "Farbtöne" sorgte.
Ansonsten fällt es schwer, einzelne Programmpunkte herauszuheben, da alle musikalischen und literarischen
Darbietungen von hohem Niveau waren.
Das Publikum war deshalb zurecht begeistert und ließ die vier nicht ohne Zugabe von der Bühne.
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