Zum Ablauf von Poetry Slams

Im Allgemeinen laufen die Poetry-Slams immer so ab, dass es pro Lesendem 5 Minuten Zeit gibt, der Beitrag wird dann jeweils von 5 willkürlich aus dem Publikum rekrutierten Juroren mit Noten zwischen 0 und 10 Punkten bewertet (mit oder ohne einer Nachkommastelle). Eine Alternative, die häufiger gewählt wird, ist die "Applauswertung". Hierzu wird das Teilnehmerfeld in zwei (oder drei) Gruppen geteilt; die Gruppen ermitteln ihre Sieger durch Vergleich der Stärke des Applauses. Die beiden Gruppensieger treten dann in einer zweiten Runde erneut gegeneinander an, und der Gesamtsieger wird in gleicher Weise ermittelt. Der Zugang ist im allgemeinen offen. Es gibt jedoch durchaus für jeden Slam Besonderheiten:

  • bei "8 Minuten" beträgt die Lesezeit - naja, könnte man sich beinahe denken - 8 Minuten (nur ganze Punktzahlen)
  • bei "Tatwort" in Münster gibt es in der Vorrunde 7 Minuten und in der Endrunde für die besten drei der Vorrunde noch einmal 3 Minuten
  • Der Grand Slam unterscheidet sich am stärksten vom "typischen" Poetry Slam; zwar beträgt die Lesezeit die üblichen 5 Minuten, der "freie Zugang" ist aber auf 4 Plätze begrenzt - der Rest der Teilnehmer ist gesetzt, um die Qualität der Veranstaltung hoch zu halten. Gewertet wird nach dem "3 aus-5--Modus", d.h. die beste und die schlechteste Note wird gestrichen.
  • Außerdem gibt es in einigen Städten auch sog. "Highlander-Slams", bei denen z.B. im K.O.-System immer jeweils zwei Slammer gegeneinander antreten, und das Publikum entscheidet, wer eine Runde weiter kommt. Ist bei reinen K.O.Runden am sinnvollsten für 8 Teilnehmer (4 Viertelfinals, 2 Halbfinals, 1 Finale, was insgesamt 14 Darbietungen entspricht).Es gibt aber auch die Möglichkeit, für die 1. Runde zwei Gruppen zu bilden, bei denen sich jeweils die ersten beiden für das Halbfinale qualifizieren (z.B. Bielefeld) - Dort tritt der Erste der ersten Gruppe gegen den Zweiten der zweiten Gruppe und der Erste der zweiten Gruppe gegen den Zweiten der ersten Gruppe an. Geeignet ist diese Form besonders für Qualifikationen für Deutsche Meisterschaften, da diese ja auch immer in mehreren Runden stattfinden. Seit 2007 funktioniert der Kampf der Künste nach einem ähnlichen System
  • Bei "Rosi´s Slam in Berlin gibt es eine Vorrunde mit 3 Dreiergruppen - die drei Sieger (Publikumswertung) treten im Finale gegeneinander an. Beim "Slam the Pony" in Hamburg gibt es ebenfalls je nach Teilnehmerzahl Vorrunden in 2 oder 3 Gruppen. Abgestimmt wird nach Applauswertung.

Über die Ergebnisermittlung habe ich einen kurzen Text geschrieben: Abstimmungsverfahren beim Poetry Slam (als pdf)